Information, Gespräch, Diskussion
05. Mai 2025
Bildungszentrum des Handels - 17.00 bis 20.00 Uhr
Wickingplatz 2–4, Recklinghausen
Im „Deutschen Reich“ mussten zwischen 1939 und 1945 über 13 Millionen Menschen Zwangsarbeit leisten; in den besetzten und kontrollierten Gebieten noch einmal so viele. Dies erfolgte unter unmenschlichen Bedingungen, viele Menschen starben beim Arbeitseinsatz.
Agesichts der vielen schwangeren Zwangsarbeiterinnen entstand für die Behörden Handlungsbedarf, wenn die Arbeitskraft der Mütter für den „Endsieg“ erhalten bleiben sollte. Das Abtreibungs- und Entbindungslager für Zwangsarbeiterinnen in Waltrop wurde 1942 erbaut, um die Schwangerschaften der verschleppten Frauen kontrollieren zu können. Es war das größte Abtreibungs- und Entbindungslager des „Dritten Reichs“. Zwangsarbeiterinnen aus Polen, Russland und der Ukraine wurden eingeliefert.
Wenige Kinder mit „arischen Merkmalen“ wurden den Müttern weggenommen, wenn sie als „gutrassig“ eingestuft wurden.
Im Lager kamen 1.237 Kinder zur Welt, mindestens die Hälfte überlebte nicht. Das Bundesentschädigungsgesetz schloss Zwangsarbeiter*innen von „Entschädigungsleistungen“ aus, was sich erst Ende des 20. Jahrhunderts änderte: Die Gründung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) erfolgte im Jahr 2.000. Sie markiert einen Wendepunkt in unserer Erinnerungskultur. An das ungeheure Unrecht soll mit der Veranstaltung 80 Jahre nach Kriegsende und Befreiung des Lagers erinnert werden.
Mit:
Benjamin Limbach, Minister der Justiz NRW
Christoph Tesche, Bürgermeister der Stadt Recklinghausen
Dirk Reitzig, Leiter der Dokumentations- und Forschungsstelle,
Manfred Schmitz-Berg, Richter am OLG a.D.
Podiumsteilnehmende:
Schüler*innen aus Waltrop und Recklinghausen
Anmeldung: erforderlich an dirk.reitzig@jak.nrw.de
Programm: Das ausführliche Programm ist in Arbeit.
Im Rahmen der Veranstaltung wird eine (Wander-) Ausstellung vorgestellt, die unter Mitwirkung von Schüler*innen erarbeitet wird.
Verantwortlich: Gerda E.H. Koch und Jürgen Pohl
Veranstalter: Justizakademie NRW (Dokumentations- und Forschungsstelle „Justiz und Nationalsozialismus“)
Kooperation: Stadt und VHS Recklinghausen, GCJZ Kreis Recklinghausen