Lesung mit Informationen
23. April 2026
VHS Oer-Erkenschwick - 18.30 Uhr
Stimbergstr. 169, Oer-Erkenschwick
Karel Capek gilt als einer der bedeutendsten tschechischen Literaten des 20. Jahrhunderts. Seine produktivste Schaffensperiode hatte der 1890 geborene Karel in der Ersten tschechoslowakischen Republik. Früh erkannte er sowie sein älterer Bruder Josef die Gefahr des sich ausbreitenden Faschismus. Karel setzte sein literarisches und journalistisches, Josef sein künstlerisches und literarisches Talent ein, um davor sowie vor dem Nationalsozialismus zu warnen. Mit Masaryk, dem erstem Präsidenten (und Philosophen) der CSR waren die Brüder Capek befreundet. Galt Masaryk der Gestapo als Staatsfeind Nr. 1, stand Josef Capek direkt dahinter auf Platz 2. Als einer der Ersten wurde er 1939 verhaftet, durchlitt mehrere Konzentrationslager, zuletzt Bergen-Belsen, wo sich seine Spur kurz vor Kriegsende verlor. Sein Bruder Karel starb bereits Weihnachten 1938.
„Das Jahr des Gärtners“, von Karel geschrieben und von Josef illustriert, zeigt augenzwinkernd das Schicksal des ruhelosen Gärtners und die noch heile Welt der Brüder Capek in ihrem Doppelhaus im Prag der 1920er Jahre, in der Josef besonders gerne Kinderbilder malte. Mit klarer Beobachtung und treffsicherem, satirischem Humor warnten Karel und Josef in anderen Werken vor den sich abzeichnenden Katastrophen des 20. Jahrhunderts: Vor Atom- und Massenvernichtungswaffen, vor Diktatoren und dem Missbrauch technischer Möglichkeiten. Anhand ausgewählter Texte und Bilder wollen wir in das vielfältige und spannungsreiche Leben und Werk der beiden Unbequemen einführen – ein besonderes Beispiel für Zivilcourage, wie sie auch heute aktuell und gefordert ist.
Mit: Roswitha Killinger und Gerda E.H. Koch (Gründungsmitglieder der
Capek-Gesellschaft für Völkerverständigung und Humanismus e.V.)
Anmeldung: VHS Oer-Erkenschwick, vhs@vhs-oe.de, Tel. 02368-987-111
Kooperation: VHS Oer-Erkenschwick